+90 554 128 90 95 [email protected]

ATEX Pumpe

ATEX Pumpe
Auswahlkriterien

Zoneneinteilung und Kategoriefeststellung, Fluidmerkmale, Explosionsgruppe-Zuordnung, Materialleitfähigkeit und Dichtheit: 7-schrittiger systematischer Auswahlratgeber.

  • 7 Kriterien
  • Flüssigkeitsanalyse
  • Explosionsgruppe
  • Auswahl des Materials

7-Stufen-Auswahlmethodik

Systematische ATEX-Pumpenauswahl
Wie wird sie durchgeführt?

Die ATEX-Pumpenauswahl ist keine zufällige Produktrecherche, sondern ein Ingenieurprozess, der eine sequenzielle Bewertung von sieben miteinander verbundenen Kriterien erfordert, die mit der Gefahrenklasse des Feldes beginnen und mit den Gesamtbetriebskosten enden. Das Auslassen oder Fehlklassifizierung auch nur eines Kriteriums kann sowohl zu Unfällen führen, die die Sicherheit gefährden, als auch zu ernsthaften Straf- und Finanzhaftungen aufgrund von Gesetzesverletzungen.

Der Prozess beginnt immer mit der korrekten Bestimmung von Zone und Kategorie; ohne diese Bestimmung können keine Entscheidungen über Pumpenmodell, Motorklasse oder Materialwahl getroffen werden. Nach der Bestimmung von Zone und Kategorie werden die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Flüssigkeit eingehend analysiert; Parameter wie Viskosität, Dichte, chemische Aggressivität und Feststoffgehalt beeinflussen sowohl den Pumpentyp als auch die Materialwahl direkt.

Die Explosionsgruppenzuordnung ist der technischste Schritt der Kriterien: Das im Feld vorhandene Gas oder Dampf muss in die Gasgruppe IIA/IIB/IIC eingeteilt werden und die T-Klassifizierung muss berechnet werden. Wenn diese Zuordnung falsch durchgeführt wird, kann eine scheinbar zertifizierte Pumpe in der Praxis der Zündenergie der Umgebung nicht standhalten. Die sieben Schritte, vervollständigt durch Materialleitfähigkeit, Dichtungsdesign, Erdung und TCO-Bewertung, bilden einen universellen Auswahlrahmen, der auf ATEX-Feldern jeder Größe angewendet werden kann.

  • Ohne die Bestimmung von Zone und Kategorie können keine Entscheidungen über Pumpenmodell, Motor oder Material getroffen werden
  • Die Viskosität, chemische Aggressivität und der Feststoffgehalt der Flüssigkeit bestimmen sowohl den Pumpentyp als auch das Material direkt
  • Eine falsche Zuordnung der Gasgruppe (IIA/IIB/IIC) macht eine zertifizierte Pumpe praktisch unsicher
  • Die Verwendung von nicht leitendem Kunststoffmaterial führt zu ATEX-Verletzungen durch elektrostatische Aufladung
  • Die TCO-Analyse zeigt, dass die Anfangsinvestition einer ATEX-Pumpe langfristig wettbewerbsfähig ist

Kriterien für die Auswahl

ATEX-Pumpenauswahl
7 Grundkriterien

Kriterium 1 — Bestimmung von Zone und Kategorie

Die Zoneneinteilung definiert, wie häufig eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht: Zone 0 (kontinuierlich), Zone 1 (gelegentlich), Zone 2 (selten). Für jede Zone wird die ATEX-Kategorie der Pumpenbauteile bestimmt; Zone 0 → Kategorie 1G, Zone 1 → Kategorie 2G, Zone 2 → Kategorie 3G. Der Endbenutzer ist gesetzlich dafür verantwortlich, die Zonengrenzen gemäß der Norm IEC 60079-10-1 zu bestimmen und Bereichsklassifizierungsdokumente (DSEAR Risk Assessment) zu erstellen; ohne diese Dokumente ist die Auswahl von ATEX-Ausrüstung grundlos.

Kriterium 2 — Analyse der Flüssigkeitseigenschaften

Sechs grundlegende Parameter der Flüssigkeit, die von der Pumpe gefördert wird, müssen systematisch bewertet werden: Viskosität (in cP bei 20 °C und Betriebstemperatur), Dichte (kg/m³), chemische Aggressivität (pH, Lösungsvermögen, Konzentration), Feststoffgehalt (% Gewicht und maximale Partikelgröße), Betriebstemperatur und Dampfdruck. Der Dampfdruck beeinflusst besonders das Kavitationsrisiko und die Berechnung der T-Klasse der Gasgruppe; bei Flüssigkeiten mit hohem Dampfdruck kann die Oberflächentemperaturbegrenzung eine strengere T-Klasse erfordern.

Kriterium 3 — Explosionsgruppen- und T-Klassenzuordnung

Die Bestimmung der Gasgruppe basiert auf der minimalen Zündenergie und dem maximalen experimentellen Sicherheitsabstand (MESG) des Gases oder Dampfes, der im Feld entstehen kann. IIA (Propan, Methanol, Aceton, Butan) ist die Gruppe mit dem niedrigsten Risiko; IIB (Ethylen, Diethylether, Schwefelwasserstoff) mittleres Risiko; IIC (Wasserstoff, Acetylen) höchstes Risiko — jede Gruppe umfasst die vorherige, d.h. eine IIC-zertifizierte Pumpe kann in allen Gruppen verwendet werden. Die T-Klasse begrenzt die maximale Oberflächentemperatur der Pumpe: Es ist eine Sicherheitsspanne von mindestens 80 % der Zündtemperatur der Flüssigkeit erforderlich.

Kriterium 4 — Materialwahl und Leitfähigkeit

In ATEX-Umgebungen werden Pumpenmaterialien unter zwei Gesichtspunkten bewertet: chemische Beständigkeit und elektrische Leitfähigkeit. Edelstahl 316L bietet breite chemische Kompatibilität und gute Leitfähigkeit; Gusseisen ist mechanisch robust, aber nicht für korrosive Umgebungen geeignet. Kohlenstofffülltes PP und PVDF bieten neben chemischer Beständigkeit ausreichende Leitfähigkeit (≤10⁶ Ω); unfülltes Standard-PP oder PE ist nicht leitend und gilt nicht als ATEX-konform. PTFE-ausgekleidete Versionen maximieren die chemische Beständigkeit, erfordern aber besondere Aufmerksamkeit beim Erdungsdesign.

Kriterium 5 — Dichtungsdesign

Flüssigkeitsleckage aus dem Pumpenkörper kann in ATEX-Umgebungen eine direkte Zündquelle darstellen; daher ist das Dichtungsdesign ein integraler Bestandteil der Pumpenwahl. Während eine einfache mechanische Dichtung für Anwendungen mit niedrigem Risiko ausreichend ist, werden in Zone 0 und Zone 1 mit explosiven Flüssigkeiten doppelte mechanische Dichtungen (unter Druck stehende Barrierflüssigkeit) bevorzugt. Magnetgetriebene Pumpen eliminieren die mechanische Dichtung vollständig und machen Leckagen konstruktiv unmöglich. AODD-Membranpumpen enthalten keine mechanische Dichtung und bieten daher in diesem Kriterium einen natürlichen Vorteil.

Kriterium 6 — Erdung und Kontrolle statischer Elektrizität

Die Ansammlung statischer Elektrizität, besonders bei Flüssigkeiten mit niedriger Leitfähigkeit und Kunststoffkomponenten, stellt eine ernsthafte Zündquelle dar. Der Standard EN 60079-32-1 definiert die technischen Anforderungen für die statische Kontrolle in ATEX-Ausrüstungen: Alle leitfähigen Komponenten müssen Erdungsanschlüsse haben, Verbindungen müssen nach Messprotokolle dokumentiert werden und regelmäßige Leitfähigkeitstests müssen durchgeführt werden. Die Sicherstellung der Kontinuität zwischen Komponenten wie Pumpenkörper, Rohrleitungsverbindungen, Flanschen und Filtergehäusen ist bei jeder Installation erforderlich; diese Dokumentation wird bei ATEX-Inspektionen routinemäßig angefordert.

Kriterium 7 — Gesamtbetriebskosten (TCO)

Die Anschaffungskosten einer ATEX-Pumpe können 30–80 % höher sein als Standard-Pumpen; dieser Unterschied wird jedoch in den meisten Fällen innerhalb von 2–4 Jahren ausgeglichen. Die verringerte Ausfallhäufigkeit, längere Wartungsintervalle, Beseitigung von Produktverlusten durch Leckagen und Vermeidung von Geldstrafen/Rechtskosten durch Sicherheitsvorfälle spielen eine entscheidende Rolle in der TCO-Berechnung. Besonders bei Anlagen mit teuren Lösungsmitteln oder toxischen Chemikalien kann der Beitrag einer dichteren ATEX-Pumpe nicht nur als Sicherheit, sondern auch als direkter wirtschaftlicher Gewinn gemessen werden.

Referenztabellen

Gasgruppe und Materialwahlatabelle

Gasgruppe Beispielgase / Dämpfe Risikostufe Erforderlicher ATEX-Code
IIA Propan, Methanol, Aceton, Butan, Ethanol, Ammoniak Niedrig — breites Zündbereich Ex II 2G IIA T3/T4
IIB Ethylen, Diethylether, Schwefelwasserstoff (H₂S), Schwefeldioxid Mittel — niedrige Zündenergie Ex II 2G IIB T3/T4
IIC Wasserstoff (H₂), Acetylen, Kohlendisulfid Hoch — sehr niedrige Zündenergie Ex II 1G IIC T6

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zu ATEX-Pumpenwahl
Kriterien

Zoneneinteilung ist die rechtliche Verantwortung des Endbenutzers (Anlagenbetreibers). In der EU müssen Anlagenbetreiber gemäß der ATEX-Arbeitgeberrichtlinie (1999/92/EC) und der entsprechenden Rechtsvorschriften in der Türkei eine Risikobewerung für Explosionsatmosphären (DSEAR Risk Assessment oder gleichwertig) erstellen und die Zonen grenzen schriftlich dokumentieren. Ohne diese Dokumente verliert die Auswahl von ATEX-Ausrüstungen ihre rechtliche Gültigkeit und kann bei Inspektionen zu schweren Sanktionen führen.
Nein, sie kann nicht verwendet werden. Die Gaskruppenzertiifizierung ist nicht kumulativ, sondern stufig; eine mit IIA zertifizierte Pumpe ist nur in einer IIA-Umgebung sicher. Da eine IIB-Umgebung eine niedrigere Zündenergie erfordert, kann IIA-Ausrüstung keinen ausreichenden Schutz bieten. Eine mit IIC zertifizierte Pumpe deckt alle Gruppen (IIA, IIB, IIC) ab; daher ist die IIC-Zertifizierung technisch gesehen vorzuziehen, besonders in Anlagen, in denen mehrere Gasarten vorhanden sein können.
Unmodifiziertes Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) sind elektrisch isolierende Materialien; ihre Oberflächenwiderstände liegen typischerweise im Bereich von 10¹²–10¹⁴ Ω. Dieser hohe Widerstand ermöglicht die Ansammlung von statischer Elektrizität auf der Pumppenoberfläche. Die Entladung angesammelter statischer Ladung in einer Explosionsatmosphäre kann Funken erzeugen; dieser Funken wirkt als Zündquelle. PP/PVDF mit Rußschwarz- oder leitfähigen Faserverstärkungen mit einer Oberflächenwiderstände von ≤10⁶ Ω übersteigen die Leitfähigkeitsschwelle und gelten als ATEX-konform.
Die T-Klasse begrenzt die maximale Temperatur, die die Pumppenoberfläche unter normalen Betriebsbedingungen erreichen kann. Die Regel lautet: Die Oberflächentemperatur der Pumpe darf 80 % der Zündtemperatur des brennbaren Stoffs in der Umgebung nicht überschreiten; in der praktischen Anwendung sollte jedoch unabhängig von der Temperatur eine Sicherheitsmarge von 20 % eingehalten werden. Beispielsweise sollte für ein Gas mit einer Zündtemperatur von 300 °C eine maximale Oberflächentemperatur von 240 °C angestrebt werden; dieser Wert entspricht der T2-Klasse (300 °C), nicht der T3-Klasse (200 °C). Eine höhere T-Klassennummer bedeutet eine restriktivere Beschränkung: T6 ist am restriktivsten (85 °C), T1 bietet die größte Toleranz (450 °C).
Magnetgetriebene (Mag-Drive) Pumpen sollten bei Zone-0- und Zone-1-Anwendungen, in denen giftige, korrosive oder hochwertige Flüssigkeiten verarbeitet werden, vorrangig eingesetzt werden, wenn eine doppelte mechanische Gleitringdichtung nicht ausreicht oder Leckagen Nulltoleranz erfordern. Darüber hinaus senken sie in kritischen Prozessen, in denen häufige Wartung nicht möglich ist, die Betriebskosten, indem sie die Häufigkeit des Dichtwechsels eliminieren. Bei hochviskosen und feststoffhaltigen Flüssigkeiten kann jedoch ein Verschleiß der Magnetkupplung auftreten; in diesen Fällen ist eine technische Bewertung erforderlich.
Die TCO-Berechnung für eine ATEX-Pumpe sollte fünf Hauptpositionen umfassen: (1) Anschaffungs- und Installationskosten — ATEX-zertifizierter Motor, Erdungsausrüstung und ATEX-konforme Zubehörteile inbegriffen. (2) Jährliche Wartungskosten — Dichtung, Dichtungen, Ersatzteile und Wartungsarbeit. (3) Energieverbrauch — jährliche Stromrechnung basierend auf der Pumppeneffizienz. (4) Ausfallkosten — Produktionsverluste durch Ausfälle oder Wartung. (5) Risikokosten — mögliche Unfälle, Bußgelder, Versicherungserhöhungen und rechtliche Haftung. Als Faustregel gilt, dass die 5-Jahres-TCO einer ATEX-Pumpe aufgrund häufiger Ausfallzeiten und hoher Risikokosten in den meisten Fällen niedriger ausfällt als die TCO einer Standardpumpe.

Auswahlkriterien-Beratung

Die richtige ATEX-Pumpe
für Ihren Standort
Wählen wir gemeinsam aus

Teilen Sie Ihre Informationen zu Zoneneinteilung, Flüssigkeitseigenschaften, Gasgruppe und T-Klasse mit; wir wenden eine 7-stufige Auswahlmethodologie auf Ihren Standort an und bestimmen gemeinsam die optimale ATEX-Pumpenlösung.

Preis fragen